Ich war mal wieder in einer der komischsten Gegenden dieses Planeten unterwegs. Mit anderen Worten: Ich bin durch Wien-Meidling spaziert. Meine Erlebnisse habe ich hier zusammengefasst. (P.S.: Teilt diesen Text mit allen Wienern, von denen ihr denkt, dass sie diese Wahrheiten verkraften.)
Meine Ankunft in diesem Wiener Bezirk verlief eigentlich ganz ruhig. Ich war bei einer typischen Meidlinger Familie untergebracht: Vater, Mutter, 12 Kinder (eigentlich 13, aber der älteste Sohn ist zum Studieren nach Wien – Neubau gezogen), 7 ausgebildete Bulldoggen, 25 Flachbildschirme mit nur einem Sender (ATV). Ich fragte Achmed, den Familienvater, wie es ist, in Meidling zu leben. „Es ist schön hier, aber diese ganzen Klischees die im Ausland über uns verbreitet werden, nerven, zum Beispiel: dass wir hier alle Waffen tragen, Kinder wie oft denn noch, wir nehmen keine Gäste unter Beschuss, dass wir hier rauchen, Hassan, mach es draußen verdammt noch mal, dass wir fluchen, und dass alle Meidlinger saufen, so eine Frechheit. Noch ein Bier?“ Danach gehe ich mit Achmed und seinem zweijährigen Sohn Machmud in ein nahe gelegenes Gasthaus, namens „Zur fröhlichen Tortur“. Dort erfahre ich alles, was man über die Mentalität dieses Bezirks wissen muss, z.B.: dass fast alle Meidlinger Türken sind, und das sie sich gern mal Trinken und ich nicht mithalten kann. Ich wache am nächsten Morgen auf der Couch der Familie auf. Fatimah, die Mutter der Familie, weckt mich mit den Worten: „Kinder, ihr müsst ihn nicht operieren, legt also bitte die Säge weg“. Falle gleich nochmal in Ohnmacht. Nun weiß ich mehr als man über die durchschnittliche Meidlinger Familie wissen muss.