Hallo, liebe Leser! Für alle die es bereits vergessen haben: Ich habe angekündigt auf meinem Blog auch Medienkritiken zu schreiben. Und die Verleihung der Goldenen Kamera, bei unseren Nachbarn in Deutschland ein bedeutsamer Medienpreis, an die 16-jährige Klimaaktivistin Greta Thunberg schien mir ein passender Anlass zu sein.
Versteht mich nicht falsch: Greta leistet wirklich großartiges für unseren Planeten und ist nicht nur für junge Menschen ein Vorbild. Des weiteren bewundere ich sie dafür, dass sie Kommentare a`la „Linke Gutmenschen-Propakanda!!!!! Das Mädl hat Azperga und ist geistig bähinderd! Sie wierd fon ihren Klimalobby-Eltern maniebolirt!!!!!!!!!! Diese grünfaschistischen Schulschwänza sind schlimmer als die Hitlerjugend!!!!!!!!!!!!!!11elf!“ einfach so erträgt. Trotzdem ist die Goldene Kamera meiner Meinung nach ein reiner Medienpreis, weshalb die Verleihung für Thunberg fehlplatziert ist, ihr könnt mir hier aber auch gerne widersprechen. Dies ist jedoch nicht der Grund, warum ich diesen Artikel geschrieben habe, sondern die Doppelmoral dieser Preisverleihung.
Es ging schon während der Rede des Mädchens los. Sie beklagte, dass ein Fußballspiel oder eine Film-Gala mehr mediale Aufmerksamkeit bekommen würde, als die größte Krise vor der die Menschheit jemals gestellt wurde, und dass Prominente auf alle möglichen Missstände aufmerksam machen würden, außer auf TV-Preisveranstaltungen den Klimawandel, „weil sie dann nicht mehr um die Welt fliegen könnten, um ihre liebsten Strände, Restaurants und Yoga-Seminare besuchen zu können“. Dies war ein eindeutiger Appell an die Gäste, doch an den leeren Blicken im Publikum bemerkte man, dass nur die wenigsten sich die Botschaft der Rede zu Herzen nahmen.
Der Grund warum ich diesen Artikel schreibe, ereignete sich jedoch erst wenige Minuten später. Als nämlich die Preisträgerin in der Kategorie Newcomer, Schauspielerin Melina Tscharnke, zusätzlich zu ihrem Preis einen SUV von Volkswagen geschenkt bekam. VW war außerdem einer der Hauptsponsoren des Preises. Ich habe auf dieser Seite schon viele absurde Geschichten geschrieben, aber manche Dinge kann man sich einfach nicht ausdenken.
Die Goldene Kamera 2019 passt perfekt in unsere heuchlerische Gesellschaft. Sie machte auf ein Problem aufmerksam, um nichts daran zu ändern. Diesbezüglich ist sie wie die Oscars, welche sich augenscheinlich gegen Rassismus, Sexismus und Homophobie wehren, aber ihre Academy immer noch größtenteils weiß und männlich sind. Wie alle Veranstaltungen ihrer Art hat sie nur einen Zweck und zwar das schlechte Gewissen der Elite in Champagner zu ertränken.